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Limmattaler Zeitung 20.10. 2012: «Aus Niederlagen könnt Ihr lernen»

Dietikon Das Traditionsunternehmen Pestalozzi AG ehrte 116 Lehrlinge aus der Deutschschweiz

VON PABLO ROHNER (TEXT UND FOTO)

Bis in das Engadin hatte die Pestalozzi AG Einladungen für die Übergabe des «Stiftepriis» 2012 verschickt. Drei der 116 Ausgezeichneten absolvierten ihre Berufslehre im Bündnerland. Der Notenbeste aller Deutschschweizer Lernenden kommt ebenfalls aus der Ostschweiz. René Mettler heisst er, ist frischgebackener Polymechaniker und bildet sich bereits an der Hochschule Rapperswil zum Maschineningenieur weiter. Sein Notenschnitt an der Lehrabschlussprüfung: 5,9.

Lehrlinge aus drei Branchen

Seit 1989 wird der «Stiftepriis» jährlich an die besten Deutschschweizer Nachwuchskräfte der Metallindustrie vergeben. Konkret werden Lehrbetriebe aus den Branchen Haustechnik, Metallbau und Metallverarbeitung berücksichtigt. Sanitärinstallateure, Konstrukteure und Haustechnikplaner werden ebenso ausgezeichnet wie Mechaniker und Spengler.

Spenglerin ist auch die Solothurnerin Danielle Pellé. Sie ist eine der drei Frauen, die sich ihre Berufslehre in der männerdominierten Metallbranche mit hohen Noten abschlossen und mit dem Preis der Firma Pestalozzi ausgezeichnet wurden.

Die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung war denn auch eines der vielen Themen, die Dietrich Pestalozzi, aktueller Leiter des Dietiker Familienunternehmens, in seiner Rede anschnitt. Er lobte darin unter anderem das duale Bildungssystem der Schweiz und riet den Absolventen, ihren Horizont auf Reisen zu erweitern.

«Auch in Ihrer Karriere werden manche Paddel zerbrechen, wenn auch nur im übertragenen Sinn», gab Olympiateilnehmer Mike Kurt den jungen Berufsleuten mit auf den Weg. Der Kanute hat in seiner Karriere an drei Olympischen Spielen teilgenommen. In diesem Sommer scheiterte er auf dem Weg zu einer Medaille an einem zerbrochenen Paddel.

«Auch in Ihrer Karriere werden einige Paddel zerbrechen.»

Mike Kurt, Kanufahrer

Die Lehren aus Olympia

Seine Botschaft an die Berufsleute war: «Wenn Ihr alles in eurer Macht stehende für den Erfolg getan habt, könnt Ihr auch aus Niederlagen lernen.» In einer fesselnden Rede über die Vorbereitung des Olympiawettkampfes mit all seinen Entbehrungen und Aufwendungen, schilderte der Betriebsökonom, dass sich harte Arbeit lohnt, auch wenn sie sich nicht wie gewünscht auszahlt.

Für die über hundert Top-Lehrlinge dürfte sich die Reise nach Dietikon gelohnt haben. Neben dem Preis, einer Profibohrmaschine, erhielten sie auf einem eineinhalbstündigen Rundgang einen Einblick in das Unternehmen. Einer der Interessiertesten auf dem Rundgang war der Dietiker Polymechaniker Jan Kloter. Er sagte: «Schön, dass die Pestalozzi AG die Leistung würdigt, die hinter einer guten Lehrabschlussprüfung steckt.»

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