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BZ vom 6. Feb. 2013: «Eine Saison der Reflexion»

Kanu · Der Wiedlisbacher Mike Kurt macht weiter. Nach der kommenden Saison wird er entscheiden, ob er aufhört oder mit Ziel «Rio de Janeiro 2016» drei weitere Jahre anhängt.


Mike Kurt wird weiterhin mit der Strömung kämpfen. Der Berner Kanute will mindestens noch eine Saison Spitzensport betreiben.

Adrian Ruch

Der innere Antrieb ist noch da. Nachdem er während dreier Wochen täglich zwei Trainingseinheiten absolviert hatte, entschied sich Mike Kurt, seine Karriere fortzusetzen. Zuvor war er sich über seine Gefühle, seine Motivation unsicher gewesen. «Nach Olympia hatte ich keinen Plan», gibt der zehnfache Schweizer Meister im Kanuslalom zu. Das ist kein Wunder, hatte sich der in Solothurn wohnhafte Wiedlisbacher doch jahrelang auf die Sommerspiele in London vorbereitet. Doch im Halbfinal brach eine Paddelschaufel – der Medaillentraum war ausgeträumt, wie schon in Athen und Peking, als ihm die Nerven einen Streich gespielt hatten.

Diesmal sei das Befinden anders als nach den ersten beiden Olympiateilnahmen, sagt Mike Kurt. «Ich habe nicht das Gefühl, noch etwas beweisen zu müssen. Ich hatte alles Mögliche für den Erfolg getan. Ich weiss nicht, was ich hätte anders machen können. Manchmal gilt es, zu akzeptieren, dass man nicht alles beinflussen kann.»

Vorfreude auf die WM in Prag

Der Berner Kajakfahrer reist schon nächste Woche nach Abu Dhabi, um dort in einem künstlichen Kanal intensiv zu trainieren. Den ersten Wettkampf wird er Ende März in Leipzig bestreiten. Die WM wird erst im September stattfinden, und zwar in der Kanuhochburg Prag. «Diese Strecke liegt mir», sagt der 32-Jährige.

Organisatorisch ist noch nicht alles geregelt, die Finanzierung noch nicht gesichert. Der Kanute erhofft sich Unterstützung vom Verband und von Swiss Olympic. Ob Mike Kurt nach der WM das Paddel definitiv weglegen wird, ist unklar. «Für mich ist es eine Saison der Reflexion, wobei es nur zwei Optionen gibt: Entweder ist diese Saison meine letzte, oder ich hänge mit dem Ziel, an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilzunehmen, noch drei weitere Jahre an.»

 

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